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27.11.2017

Kinderschutzpreis 2017 für die Dorfraum-Pioniere

Die Auszeichnung des Deutschen Kinderschutzbundes, Landesverband Rheinland wurde am 23.11.2017 an das Projekt der Evangelischen Jugend Pfalz verliehen

Am vergangenen Donnerstag wurde den Dorfraum-Pionieren in Budenheim der Preis durch Ministerin Anne Spiegel überreicht, die die Schirmherrin Ministerpräsidentin Malu Dreyer vertrat. 

„Sie entdecken ihre Heimat neu, bringen die Generationen zusammen, geben Impulse und damit dem ländlichen Raum eine Zukunft: Die jugendlichen Dorfraum-Pioniere der Evangelischen Kirche der Pfalz erschließen für sich das Dorfleben neu, stellen die Vorteile des Gemeindelebens heraus und binden die MitbürgerInnen in diesen kreativen Prozess ein. Dafür, dass sie engagiert und ideenreich ihre eigene Zukunft in die Hand nehmen, erhalten sie den Kinderschutzpreis 2017 (…)“, heißt es in der Begründung des Kinderschutzbundes Rheinland-Pfalz.

„Die Dorfraum-Pioniere (…) haben verstanden, dass der ländliche Raum nur lebt und überlebt, wenn junge Menschen ihn gestalten und hier leben möchten. Mit ihrem Engagement unterstützen sie nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern darüber hinaus die einzelnen Gemeinden und unsere Gesellschaft“, erklärte Ministerin Anne Spiegel. 

In der Begrüßung durch die Präsidentin des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz, Beate Läsch-Weber, hob sie hervor, dass der Kinderschutzbund in diesem Jahr den Fokus auf junge Menschen gelenkt hat, die sich aktiv an der Gestaltung ihres Dorfes als Zukunftsraum beteiligen. 

Die Sparkassen des Landes stellen seit 2010 jährlich das Preisgeld in Höhe von 3000 Euro zur Verfügung.

Bei der Verleihung des Preises verdeutlichte der Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes, Christian Zainhofer, die Parallelen zwischen der großen Politik, die momentan die Förderung des ländlichen Raums für sich entdeckt hat, mit den Jugendlichen in der Pfalz, die als Pioniere diesen Raum bereits erschlossen haben und dabei sind, ihn von innen heraus für die Zukunft lebenswert zu gestalten. „Eine unserer zentralen Forderungen ist es, Kinder und Jugendliche möglichst umfassend in allen sie betreffenden Anliegen zu beteiligen. 

Mit der Ausbildung zu Dorfraum-Pionieren und -Pionierinnen haben die Teilnehmer/innen die Möglichkeit, sich von Jugend an für ihren Lebensraum einzusetzen und sich Lebensbedingungen zu schaffen, die ein aktives Dorfleben auch in Zukunft garantieren. Eine bessere Art der Beteiligung gibt es nicht!“, so Zainhofer in seiner Ansprache.

Stellvertretend für alle Dorfraum-Pioniere und beteiligten Mitarbeitenden bedankte sich Landesjugendpfarrer Florian Geith, der mit etlichen Dorfraum-Pionieren zur Preisverleihung in die 

Sparkassenakademie Schloss Waldthausen bei Mainz gekommen war. „Die Dorfraum-Pioniere haben uns sehr eindrücklich bewiesen: Wenn man auf Jugendliche zugeht, ihnen zuhört, mit ihnen spricht, ihre Ideen wahr- und ernstnimmt, ihnen Räume für Eigeninitiative eröffnet und mit ihnen gemeinsam entscheidet, anstatt für sie oder gar über sie hinweg, dann können sich Wege auftun, an die man vorher gar nicht gedacht hat. (…) Daher ist die Preisverleihung (…) auch ein Auftrag an uns Erwachsene in der Politik, in der Wirtschaft, aber auch in der Kirche und in den Vereinen und Verbänden, einen kritischen Blick auf die Frage zu werfen, wie jugendfreundlich unsere Strukturen sind und wie eine echte und jugendgemäße Beteiligung aussieht“, so Geith in seiner Dankesrede.

Info:
Die Dorfraum-Pioniere sind aus dem Projekt Dorf-Leben der Jugendzentralen Otterbach/Lauterecken und Rockenhausen in Kooperation mit dem Landesjugendpfarramt hervorgegangen. Die erste Aktion fand 2011 in Katzenbach statt. Ausgangspunkt war die Problemanzeige Jugendlicher, dass für sie das Dorf als Lebensmittelpunkt und Heimatsort immer mehr verschwindet, da sie sich dauernd „auf der Strecke“ befinden. Dem wollte man mit dem Projekt entgegentreten. Seit 2014 wird das Projekt im Rahmen der LEADER-Programme von der EU gefördert. Seither werden Jugendliche zu Dorfraum-Pionieren ausgebildet. Sie lernen, die Strukturen der Dörfer zu analysieren und als einen selbst gestaltbaren Sozialraum zu erleben. Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Dorfleben finden die Jugendlichen zurück in ihr Dorf und lernen es als Raum für eigene Möglichkeiten kennen. Begleitet werden die Jugendlichen durch den Grundsatzreferenten im Landesjugendpfarramt Ingo Schenk und den Soziologen Prof. Dr. Bernhard Haupert.